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Wie nehme ich mein Kätzchen
am besten hoch?
Sie sollten der Katze, die Hand hinter den Vorderbeinen auf die
Brust legen und mit der anderen Hand die Hinterbeine stützen.
Die Hinterbeine sollten nicht herunterhängen, damit die Wirbelsäule
nicht belastet wird.
Zwingen Sie die Katze nicht, sich hochheben zu lassen. Lassen
Sie sie herunter, wenn sie es will.
Wie bekommen Sie die Katze am besten in den
Transportbehälter?
Viele Katzen wehren sich dagegen in den Katzentransportkorb rein
gesteckt zu werden und wehren sich so gut es geht.
Nehmen Sie einen Transporter der sich nach oben öffnen lässt
oder versuchen Sie die Katze mit dem Hinterteil zu erst rein zu
stecken, dass funktioniert fast immer.
Ein Tierarztbesuch ist fällig
Nehmen Sie am besten beide Katzen mit, oder trennen Sie die
Katzen erst für einige Zeit damit die außer Haus gewesene
wieder den "Stahlgeruch" annimmt.
Kannst du mich an der Leine führen?
Eine Birma lässt sich sehr gut an die Leine gewöhnen.
Wie mag Ihre Katze das Futter am liebsten?
Nehmen Sie am besten einen ganz flachen Teller, da Katzen keine
tiefen Schalen mögen.
Füttern Sie das Futter nicht direkt aus dem Kühlschrank,
sondern erwärmen Sie es (zimmerwarm).
Da manche Katzen ziemlich unordentlich fressen, benutzen Sie
doch eine abwaschbare Unterlage.
Nehmen Sie einen Napf an dem sich die Katze nicht die Barthaare
stößt sonst wird sie das Futter auf alle Fälle auf dem Boden
fressen.
Warum versuche ich mein Futter zuzugraben?
Das ist noch ein Überbleibsel aus der Natur, in der Wildnis
sorgt die Katze nämlich für Futtervorräte indem sie die Reste
zudeckt.
Kann ich eine Katze vegetarisch ernähren?
Auf gar keinen Fall, da die Katze für ihre Gesundheit regelmäßig
tierisches Eiweiß braucht und es bei ausschließlicher
vegetarischer Ernährung zu schweren Mangelerscheinungen kommt.
Darf eine Katze Milch anstatt Wasser trinken?
Diese Frage muss leider auch verneint werden, da sie bei den
meisten erwachsenen Katzen Durchfall auslöst. Manchmal wird
Ziegenmilch besser vertragen, aber da die Katze keine Milch zur
Ernährung braucht, sollte man auf sie verzichten.
Warum putzen sich Katzen so oft?
Katzen sind überaus reinliche Tiere, Sauberkeit ist wichtig für
ihr Wohlbefinden. Jede Katze wird sich nach dem gestreichelt
werden sofort ausgiebig putzen, damit sie wieder nach sich
riecht und das Fell wieder glatt wird.
Gegenseitiges putzen, stärkt den Familienverband. Auch wir
selbst werden von unseren Katzen oft beleckt.
Sollte eine Katze vor
der Sterilisation einmal werfen?
Es ist kein Vorteil für eine Katze, wenn sie vor der
Sterilisation einmal werfen soll. Die Sterilisation sollte frühestens
ab den sechsten Lebensmonat erfolgen.
Sind Frühjahrskätzchen gesünder als Herbstkätzchen?
Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Maikätzchen gesünder
und kräftiger sind. Dies mag auf Bauernhofkatzen zutreffen, da
dort das Nahrungsangebot im Herbst geringer ist. Bei in der
Wohnung aufgezogenen Jungtieren ist die Ernährung und
Versorgung Sommer wie Winter gleich und deshalb gibt es bei Frühjahrs-
wie Herbstkätzchen keinen Unterschied.
Warum bringen Katzen ihre Beute mit nach Hause?
Damit will die Katze ihrem Besitzer sagen, dass er kein guter Jäger
ist. Sie bietet ihm ihren Fang als schmackhaften Imbiss an, weil
er offensichtlich nicht in der Lage ist, seine Mäuse selbst zu
fangen. Katzenmütter bringen ihre Beute mit nach Hause, damit
ihre Jungen jagen lernen. Bei einer Katze zeigt sich in diesem
Verhalten möglicherweise ihr Mutterinstinkt.
Warum spielen Katzen mit ihrer Beute?
Katzen werfen ihre Beute oft in die Luft, schubsen sie auf dem
Boden herum, packen sie mit den Zähne und schütteln sie, bevor
sie sie töten. Menschen sind darüber entsetzt; die Katze will
jedoch nicht grausam sein, sondern baut damit die Spannung ab,
die sich während des kunstvollen Anschleichens aufgestaut hat.
Viele Raubtiere und auch Hunde schütteln ihre Beute und brechen
ihr dadurch das Genick.
Haben Katzen einen sechsten Sinn?
Da Katzen einige ungewöhnliche Eigenschaften besitzen, sehr
unabhängig sind und früher mit Hexen und Magie in Verbindung
gebracht wurden, schreibt man ihnen oft mystische Fähigkeiten
zu. Es gibt viele Geschichten über Katzen, die Tausende von
Kilometern nach Hause gewandert sind, Babys mitten in der Nacht
vor dem Tod gerettet haben oder plötzlich ohne ersichtlichen
Grund das Fell sträuben. Dafür gibt es jedoch natürliche Erklärungen.
Viele Tiere besitzen einen Instinkt, der sie immer wieder sicher
nach Hause führt; vor allem bei Zugvögeln ist dieser Instinkt
sehr ausgeprägt. Auch haben Tiere eine sensiblere Wahrnehmung
als Menschen und machen vieles instinktiv.
Warum finden Katzen Katzenhasser klasse?
Der Raum kann voller Menschen sein, aber die Katze schmiegt ihr
Köpfchen ausgerechnet an die Beine eines Katzenhassers. Manche
Menschen sehen darin reine Boshaftigkeit, die Katze aber sucht
sich nur denjenigen aus, der sie nicht unentwegt anschaut.
Erwiesenermaßen schauen nämlich Katzenfreunde die Tiere
unverwandt an, wollen sie anfassen und streicheln. Katzenfeinde
jedoch schauen weg oder erst gar nicht hin, wenn eine Katze in
den Raum schleicht. Und das gefällt der Samtpfote, denn
angestarrt werden mag sie gar nicht, genauso wenig wie
grapschende Hände, schrille Stimmen oder hektische Bewegungen.
Warum leckt sich die Katze das Mäulchen?
Ein kurzes Lecken übers Gesicht könnte man mit nervöser
Anspannung gleichsetzen. Die Katze ist von etwas fasziniert oder
beunruhigt und leckt sich irritiert übers Näschen. Auch wenn
es der Katze übel ist, leckt sie sich und erbricht meistens
kurze Zeit darauf.
Warum schmeckt Katzen schmutziges oder
abgestandenes Wasser besser als frisches?
Ganz einfach, weil es weder nach Spüli noch nach Chlor oder
Chemie schmeckt. Auch wenn in Pfützen oder Gießwasser noch so
viele Mikroben oder Pflanzenteilchen stecken - es hat immerhin
ein natürliches Aroma!
Warum rollt sich eine Katze zur Begrüßung auf
den Rücken?
Das Hin- und Herrollen ist eine besonders vertrauensvolle Geste.
Die Katze macht das nämlich nur in Gegenwart von Menschen,
denen sie wohlgesinnt ist und denen sie vertraut. Denn beim Rückenrollen
streckt sie ihr Bäuchlein in die Luft, was sie verletzlich und
angreifbar macht. Es ist also der größte Vertrauensbeweis,
wenn die Katze sich rollt und Sie sie am Bauch kraulen und
anfassen dürfen.
Können Katzen Farben sehen?
Lange Zeit nahm man an, dass Katzen keine Farben unterscheiden können.
Tests haben jedoch ergeben, dass Katzen sehr wohl Farben sehen
und auch unterscheiden können. Die von Katzen bevorzugte Farbe
ist übrigens Rot.
Warum sind Katzen so beweglich?
Katzen haben fast genauso viele Muskeln wie der Mensch. Zusammen
mit den leichten aber robusten Knochen und den dehnbaren Sehnen
sind Katzenkörper richtige kleine Kraftpakete, die (fast) jede
akrobatische Situation perfekt beherrschen.
Verstehen Katzen unsere Sprache?
Katzenfreunde sind felsenfest davon überzeugt, das ihre Katze
sie aufs Wort versteht. Das stimmt aber nur begrenzt. Katzen
verstehen zwar kürzere Sätze, aber auch nur dann, wenn sie in
typischen, immer wiederkehrenden Situationen gesagt und
gleichzeitig durch bestimmte Bewegungen und Gesten unterstrichen
werden. Wichtig ist dabei der Tonfall der Stimme. sprechen wir
laut oder leise, hoch oder tief, säuselnd oder streng all das
verrät der Katze, ob wir sie gerade tadeln, loben oder sie gar
zu einem kleinen Zwischenimbiss einladen möchten.
Gras als Lieferant lebenswichtiger Stoffe?
Die neueste Erklärung für den Drang unserer Lieblinge Gras zu
fressen, ist die Aufnahme wichtiger chemischer Stoffe in
winzigsten Mengen, die ihnen ihre fleischliche Kost nicht
liefern kann.
Dafür spricht, dass die Katzen die Grashalme oft nicht ganz
schlucken, sondern einfach nur auf ihnen herumkauen.
Deshalb sollten auch Katzen, die keinen Freigang erhalten, immer
die Möglichkeit haben, Gras zu kauen. Viele Zimmerpflanzen sind
für Katzen giftig.
Warum Katzen in den USA nicht mehr jedes Jahr geimpft werden:
Jahrzehntelang ist es uns Tierhalterinnen und Tierhaltern
eingebimst worden: Katzen müssen jährlich geimpft werden, doch
dafür gibt es überhaupt keine wissenschaftliche
Rechtfertigung. In den USA haben verantwortungsbewusste
Hochschul-Tierärzte diese unseriöse Impfpraxis schon vor über
zehn Jahren kritisiert, und zwar in einem weitverbreiteten
Handbuch für den praktischen Tierarzt („Kirk’s Current
Veterinary Therapy"). Aber auch dort dauerte es bis Ende
1997, bis die zuständigen Veterinärverbände dem Unfug der jährlichen
Impferei ein Ende bereiteten und neue Impfrichtlinien einführten.
Die meisten deutschen Tierärzte haben inzwischen davon gehört,
ignorieren aber die wohlfundierten Aussagen der US-Forscher nach
Kräften. Veterinäre, die weniger oft impfen, bilden
hierzulande eine Minderheit, sie werden von Kollegen angefeindet
und sogar bei der Tierärztekammer angeschwärzt. Man hat Angst,
Einkünfte zu verlieren: Impfungen bringen 20 bis 40 Prozent des
Umsatzes in der durchschnittlichen Kleintierpraxis.
Solange die Tierärzte sich sträuben und die wissenschaftlichen
Tatsachen nicht zur Kenntnis nehmen, müssen wir Tierhalter uns
selbst um einen vernünftigen Impfplan für unsere Katzen kümmern.
Die Regel sollte, genau wie bei Impfungen an Menschen, lauten:
So viel wie nötig, so wenig wie möglich.
Wogegen werden Katzen geimpft?
Viele Katzen werden jährlich gegen Katzenschnupfen (Herpes- und
Calicivirus) und Katzenseuche (Panleukopenie, felines Parvovirus)
geimpft, Freigänger oft zusätzlich noch gegen das feline Leukämievirus
(meist „Leukose" genannt, was aber falsch ist – Leukose
ist eine andere Krankheit) und gegen Tollwut. Manche Tierhalter,
vor allem Züchter, lassen außerdem gegen Chlamydien (einen
Erreger, der vor allem die Augen angreifen kann) und gegen die
Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) impfen. Wohnungskatzen
werden jährlich mindestens dreifach geimpft, Freigänger häufig
fünffach und Zuchtkatzen fünf- bis sechsfach.
Wieso wird überhaupt jährlich geimpft?
Die herrschenden Impfpläne sind das Resultat von Geschäftemacherei
(der Pharmaindustrie) sowie Ignoranz und Desinteresse (der Behörden
und der Tierärzte in Hochschule und Praxis).
Angefangen hat alles mit der Tollwutimpfung. Früher wurden vor
allem Hunde mit einer Lebendvakzine gegen Tollwut geimpft. Diese
Imfpung erwies sich als zu gefährlich, weil das Impfvirus
wieder aktiv werden und die Krankheit im Impfling hervorrufen
konnte. Als die ersten inaktivierten oder Totvakzinen entwickelt
wurden, wurde festgestellt, dass diese mehrere Jahre Schutz
bewirken. Trotzdem ist in der Tollwutverordnung festgeschrieben,
dass Hunde und Katzen eine jährliche Auffrischung bekommen müssen.
Dem Gesetzgeber ging es begreiflicherweise darum, die Menschen
so gut wie möglich vor dieser Krankheit zu schützen. Daher
wurde das sehr enge Impfintervall festgelegt.
Die Tollwutimpfung war der Taktgeber für alle übrigen
Impfungen, die im Laufe der Zeit entwickelt und an den Markt
gebracht wurden. Der erste Impfstoff speziell für Katzen war
der gegen die Katzenseuche. Interessanterweise ging man in der
50er Jahren noch ganz selbstverständlich davon aus, dass die
einmalige Gabe des damals verfügbaren Impfstoffs die Katze für
den Rest ihres Lebens schützt. Das kann man in alten Lehrbüchern
sehr schön nachlesen. Dieses Wissen scheint der Tiermedizin
seither abhanden gekommen zu sein. Denn als später weitere
Impfstoffe aufkamen, wurden sie einfach mit der Vorschrift der jährlichen
Auffrischung auf den Markt gebracht.
Wer bestimmt, was im Beipackzettel steht?
Im Beipackzettel, in der Gebrauchsinformation zu den
Impfstoffen, steht immer: „Jährliche Auffrischung der Impfung
wird empfohlen". Wer entscheidet eigentlich, was im
Beipackzettel zum Revakzinierungsintervall steht? Antwort: der
Impfstoffhersteller selbst. Die Zulassungsbehörde für
Tiervakzinen, das Paul-Ehrlich-Institut, schreibt dem Hersteller
diesbezüglich gar nichts vor. Und die Zulassungs- und
Testvorschriften für die einzelnen Vakzinen (die
„Monographien" im „Europäischen Arzneibuch")
machen nicht die geringsten Vorgaben zur Prüfung der Dauer des
Immunschutzes. Verlangt werden nur Untersuchungen zur
Wirksamkeit und Unschädlichkeit eines Impfstoffs, nicht zur
Schutzdauer.
Diese Lücke wird von der Industrie gern und eifrig genutzt –
und die Tierärzte haben natürlich auch keine Einwände, denn
die Impfungen bescheren ihnen den regelmäßigen Zustrom der
Patienten. Es gibt in Deutschland ein paar Produkte für Hunde
und Katzen, bei denen eine zweijährliche Auffrischung
„empfohlen" wird. Aber auch dieses Intervall ist willkürlich
festgelegt und nicht immunologisch begründet.
Wie ist das eigentlich bei Impfungen am Menschen?
Bei Humanvakzinen wird die Dauer des Immunschutzes sehr wohl
geprüft, und zwar durch Antikörpermessungen an Tausenden
Impflingen. Aber Antikörper sind nicht alles. Grundsätzlich
geht man davon aus, dass Impfstoffe gegen Viren und Bakterien
ein lang anhaltendes „Immungedächtnis" erzeugen. Nicht
bei allen Impfstoffen halten sich die Antikörper über längere
Zeit, doch das heißt nicht, dass der Schutz verschwindet. Es
gibt außer der „humoralen" Immunität mit den Antikörpern
auch noch die zelluläre Immunität. Abwehrzellen, die einmal
mit einem Erreger oder Impf-Antigen zu tun hatten, bleiben viele
Jahre bis lebenslang im Körper und werden schnell aktiv, wenn
der Erreger auftritt. Sie setzen andere Abwehrzellen in Aktion,
so dass eine ganze Kaskade von Immunreaktionen abläuft.
Das ist bei Kleinsäugern kein bisschen anders. Auch Katzen,
Hunde usw. verfügen über zelluläre Immunität.
Menschen werden als Kinder gegen eine Reihe von
Krankheitserregern geimpft. Die Impfungen werden meist ein-,
zwei- oder dreimal wiederholt. Werden Totvakzinen verwendet, müssen
sie zweimal gegeben werden, damit eine volle Immunreaktion
erzielt wird. Bei Lebendvakzinen wäre eine Wiederholung an sich
nicht nötig, sie wird aber gemacht, um die paar Prozent
Impfversager zu erwischen, also Kinder, bei denen die erste oder
zweite Impfung nicht angeschlagen hat. Beispiel: die
Masern-Mumps-Röteln-Impfung.
Im Jugendalter ist beim Menschen aber dann Schluss mit
Routineimpfungen. Erwachsene werden nur dann nachgeimpft, wenn
ein besonderes Ansteckungsrisiko anzunehmen ist (zum Beispiel
auf Reisen oder durch den Beruf: Hepatitis B, Polio) oder wenn
die Impfung keinen lebenslangen Schutz bietet (alle zehn Jahre
Tetanus und Diphterie). Man spricht hier von
„Indikationsimpfungen": Aufgefrischt wird nur bei
Indikation und nur in langjährigen Abständen – und nicht
einfach so, weil der Doktor noch mal was verdienen will.
Das ist bei unseren Haustieren leider anders. Sie werden
nachgeimpft, ohne dass es dafür einen medizinischen Grund gäbe.
Geben jährliche Wiederholungen nicht doch besseren Schutz?
Nein, nicht einmal das ist der Fall. In Untersuchungen an Hunden
wurde gezeigt: Die Auffrischungen bringen keinen zusätzlichen
Schutz. Die Antikörpertiter steigen gar nicht signifikant an,
wenn nachgeimpft wird – die vorhandenen Antikörper stürzen
sich auf die Antigene im Impfstoff und vernichten sie, neue
Antikörper werden kaum gebildet. Es bleibt praktisch alles beim
alten.
Schaden jährliche Auffrischimpfungen?
Das ist der kritische Punkt: Die dauernde Impferei ist nicht nur
medizinisch unnötig, sie kann auch schaden. Bei uns streiten
das allerdings viele Tierärzte einfach ab. Es gibt aber auch
Impfschäden bei Kindern, also auch bei Katzen.
Tödlicher Krebs durch Impfungen
Katzen können durch Impfungen an Krebs erkranken, und zwar am
vakzine-assoziierten Fibrosarkom, auch Impfsarkom genannt. Das
ist eine bösartige Geschwulst, die ein paar Wochen oder Monate
nach einer Impfung an der Injektionsstelle – meist zwischen
den Schulterblättern oder an der seitlichen Brustwand – als
Knubbel (Granulom) unter dem Fell auftritt und sehr breit
wuchern kann. In der US-Veterinärmedizin wird der Zusammenhang
von Impfung und Sarkomentstehung bei Katzen nicht mehr ernsthaft
bezweifelt. In Deutschland neigt man dazu, das Thema
herunterzuspielen. Doch kürzlich bezifferte der
Kleintieronkologe Dr. Martin Kessler auf einem Tierärztekongreß
in Berlin die Häufigkeit hierzulande mit 1 zu 1000. Die meisten
Sarkomkatzen sind zum Zeitpunkt der Erkrankung zwischen sechs
und elf Jahre alt, haben somit schon viele Shots erhalten. Doch
es trifft auch jüngere Katzen.
Behandelt werden kann das Impfsarkom bisher nur durch radikale
Operation weit ins gesunde Gewebe hinein. Nach der Operation
treten fast immer Rezidive auf, also neues Tumorwachstum. Die
Geschwulst führt in den allermeisten Fällen zum Tode.
Wie kann man das Impfsarkom verhüten?
Die beste Vorsorge ist, die Katze nicht häufiger als nötig
impfen zu lassen. Wichtig ist, dass die Kätzchen geimpft
werden, denn sie sind am empfänglichsten für
Infektionskrankheiten. Doch ausgewachsene Tiere sind von
Infektionen weit weniger bedroht, als man uns weismachen will.
Neben den verlängerten Impfintervallen, wie sie in den USA üblich
geworden sind, lassen sich weitere Vorsichtsmaßnahmen treffen.
Die Vaccine-Associated Feline Sarcoma Task Force, die
Impfsarkom-Arbeitsgruppe der US-Veterinäre, hat dazu
Richtlinien erarbeitet.
Auf Mischspritzen und Mehrfach-Vakzinen soll weitgehend
verzichtet werden. Das heißt, es sollen nicht alle Impfungen
mit einer einzigen Spritze und an einer einzigen Stelle gegeben
werden, auch wenn es für Tierarzt und Patient so am bequemsten
ist und am schnellsten geht. Je mehr Vakzinen auf einmal, desto
höher das Sarkomrisiko.
Die Impfung gegen Seuche und Schnupfen soll an der seitlichen
Brustwand verabreicht werden, die Impfung gegen Tollwut am
rechten Hinterbein (rabies = r = rechts) und die Impfung gegen
das feline Leukämievirus (FeLV) am linken Hinterbein (LV = l =
links). Ein Bein kann zur Not amputiert werden, um dem
Tumorwachstum Einhalt zu gebieten. Katzen können auf drei
Beinen prima leben.
Zwischen den Schultern sollte überhaupt nicht mehr geimpft
werden, da man einen Tumor dort nur sehr schlecht operieren
kann.
Bei uns wird noch häufig zwischen den Schultern geimpft. Fallen
Sie dem Arzt in den Arm, wenn er die Spritze dort ansetzt!
Können Sarkome auch andere Ursachen haben?
Nicht jedes Sarkom entsteht durch Impfungen, aber doch sehr
viele. Manche dieser Tumore bilden sich an Stellen, an denen
ganz andere Wirkstoffe injiziert wurden. Einige US-Spezialisten
für Krebserkrankungen der Kleintiere sprechen daher gar nicht
vom Impfsarkom, sondern vom injection-site sarcoma, also
Injektionsstellen-Sarkom. In der Forschungsliteratur beschrieben
sind Sarkome nach Injektion des Flohmittels Lufenuron
(Handelsname Program) und nach Injektion von Antibiotika gegen
Gastritis. Doch diese Fälle sind selten, fast immer handelt es
sich um Impfspritzen.
Katzen reagieren auf Injektionen viel empfindlicher als andere
Kleintiere. Hat eine Katze nach Impfungen oder sonstigen
Injektionen bereits einmal einen Knubbel entwickelt, sollte sie
nur dann Spritzen bekommen, wenn sich der Wirkstoff nicht anders
applizieren läßt. Längst nicht jede Katze entwickelt
Granulome nach (Impf-) Injektionen, und längst nicht jeder
Knubbel ist ein Sarkom. Daher sollte man sich nicht gleich verrückt
machen, wenn eine Katze so eine Gewebsverdickung bekommt. Aber
man sollte, vor allem wenn es eine Impfstelle ist, auch nicht zu
lange warten und beizeiten eine Gewebsprobe entnehmen lassen, am
besten gleich in einer Tierklinik. Drei Monate abzuwarten kann
sich als fatal herausstellen, in den USA rät man zur frühzeitigen
Biopsie.
Gibt es noch andere Impfschäden?
Allerdings. Besonders gravierend ist der anaphylaktische Schock
unmittelbar nach der Impfung. Er ist tödlich, wenn er nicht
sofort vom Tierarzt behandelt wird.
Bekannt sind außerdem schwere allergische Reaktionen nach
Auffrischimpfungen. Sie äußern sich in (blutigem) Durchfall
und Erbrechen und können die Tiere ebenfalls das Leben kosten.
Weniger schwere, aber dafür sehr hartnäckige Allergien können
nach allen Impfungen entstehen, weil sie beim Jungtier in das
noch nicht ausgereifte Immunsystem eingreifen: Sie stören die
Feinabstimmung der Abwehr.
Impfungen können auch Autoimmunerkrankungen verursachen, bei
Katzen ist dies jedoch noch wenig erforscht. Dass immer mehr
Katzen an Diabetes erkranken, sollte in diesem Zusammenhang zu
denken geben. (Es kann aber auch an falscher Fütterung liegen.)
Beim Hund ist klar, dass die äußerst gefährliche autoimmun-hämolytische
Anämie, eine Blutkrankheit, durch Impfungen verursacht werden
kann.
Wie wird denn jetzt in den USA geimpft?
Das neue Katzen-Impfschema der US-Tierarztverbände sieht so
aus:
Grundimmunisierung im Welpenalter (nach der achten Lebenswoche
zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen),
eine Wiederholungsimpfung mit einem Jahr
und dann nur noch alle drei Jahre.
Gegen welche Erreger geimpft wird, richtet sich nach der Haltung
(Wohnung oder Freigang).
Woher wissen die US-Tierärzte, dass das genügt?
Wie oben schon gesagt: Das Immunsystem der Kleinsäuger ist dem
des Menschen absolut ebenbürtig. Wenn Impfungen beim Menschen
viele Jahre halten, dann ist das bei Katz und Hund und Kaninchen
nicht anders.
Außerdem haben Wissenschaftler in den 90er Jahren
Langzeitstudien an Katzen gemacht mit einem ganz gewöhnlichen
Dreifach-Totimpfstoff gegen Schnupfen und Seuche.
Die Tiere erhielten als Welpen mit acht und mit zwölf Wochen
eine Grundimmunisierung und wurden danach nie wieder geimpft.
Sie wiesen noch siebeneinhalb Jahre später, als sie mit
Erregern infiziert wurden, einen guten Immunschutz auf. Der
Schutz gegen Katzenseuche erwies sich als hundertprozentig, der
Schutz gegen Herpes- und Calicivirus betrug 52, resp. 63
Prozent. Die Schnupfen-Impfung verhinderte nicht vollständig
die Erkrankung, doch dies ist bei frisch vakzinierten oder
revakzinierten Katzen nicht anders. Diese Impfung kann die
Ansteckung oft nicht verhindern, sie mildert aber den
Krankheitsverlauf. In der ungeimpften Kontrollgruppe dieser
Studie erkrankten einige Tiere sehr schwer.
Welche Impfungen sollten Wohnungskatzen haben?
Wohnungskatzen haben ein ziemlich geringes Risiko, sich eine
Infektionskrankheit einzufangen. Es ist zwar richtig, dass der
Mensch die Seuche einschleppen kann, weil sich das feline
Parvovirus sehr lange in der Umgebung hält. Doch die
Seucheimpfung ist die beste, die wirksamste Katzenimpfung überhaupt:
Ein Tier, das als Welpe ordentlich grundimmunisiert wurde, ist
dadurch sehr lange geschützt, wahrscheinlich lebenslang. Außerdem:
Die meisten Infektionskrankheiten sind für Jungtiere gefährlich
oder sogar tödlich, ausgewachsene Tiere in gutem
Allgemeinzustand werden damit viel besser fertig.
Die Schnupfenimpfung hingegen ist längst nicht so gut. Viele
durchgeimpfte Tiere sind Virusträger, sie sind also mit Herpes,
vor allem aber mit Calici infiziert und scheiden das Virus aus.
Wenn man die hohe Zahl durchgeimpfter Katzen sieht, die trotz
ihrer vielen Shots chronisch schnupfenkrank wurden, kann man über
diese Impfung sehr ins Grübeln kommen. Das Calicivirus ist seit
Einführung der Impfung sogar deutlich häufiger geworden als
davor. Es ist in der Wissenschaft schon lange bekannt, daß die
vorhandenen Calici-Impfstoffe gegen die grassierenden
Feldvirusstämme immer weniger ausrichten.
Die Welpenimpfung schadet im allgemeinen nicht, man sollte aber
überlegen, ob man ausgewachsene Tiere weiterhin dagegen impfen
lässt. Wichtig ist, ganz junge Kätzchen nach Möglichkeit von
Katzen fernzuhalten, die die Schnupfenviren ausscheiden.
In manchen Schnupfenvakzinen ist auch ein Impfstoff gegen
Chlamydien enthalten, einen bakteriellen Erreger. In Tierheimen
und Zuchten können Chlamydien recht hartnäckig umgehen. Die
Impfung ist jedoch nicht der Königsweg, den Erreger
loszuwerden, wie sich immer wieder zeigt. Bestandsmanagement
bringt nachhaltigeren Erfolg.
Die US-Tierarztverbände empfehlen für Wohnungskatzen: im
Welpenalter Seuche- und Schnupfen-Grundimmunisierung (ohne
Chlamydien), dann mit einem Jahr eine Auffrischung, danach nur
noch alle drei Jahre. Aber auch dieses Drei-Jahres-Intervall ist
mehr durch die wirtschaftlichen Interessen der Tierärzte begründet
als durch medizinische Erfordernisse. Denn diese Impfungen
halten, wie die Studie gezeigt hat, ja länger als drei Jahre.
Welche Impfungen sollten Freigänger haben?
Zusätzlich zur Seuche-Schnupfen-Impfung sollten Freigänger
gegen FeLV geschützt sein: Grundimmunisierung, danach eine
Auffrischung mit einem Jahr. Der Impfling muss vorher getestet
werden, ob er FeLV-negativ ist, nur dann darf er geimpft werden.
Ob der Schutz lebenslang erneuert werden muß, ist unter
US-Veterinären strittig. Es spricht vieles dafür, daß man die
Impfung beim ausgewachsenen Tier weglassen kann – erstens,
weil der Immunschutz ebenfalls viel länger hält als ein Jahr,
zweitens, weil adulte Katzen eine gute körpereigene Abwehr
gegen den Erreger haben. FeLV-Impfstoffe sind überdurchschnittlich
häufig an der Sarkombildung beteiligt, daher ist vorsichtiger
Umgang mit dieser Impfung ratsam. In Gegenden, wo es keine
unkastrierten und ungeimpften Streuner gibt, ist das
Ansteckungsrisiko sehr gering, denn sie sind die Hauptüberträger.
Neuzugänge von unklarem Gesundheits- und Impfstatus sollten
erst in Quarantäne kommen und getestet werden auf FeLV sowie
auf „Katzenaids", die FIV-Infektion, gegen die es in
Europa noch keinen Impfstoff gibt. (In den USA ist im Frühjahr
2002 eine erste FIV-Vakzine zugelassen worden.)
Was ist von der FIP-Impfung zu halten?
Die FIP-Impfung ist sogar unter den hiesigen Tierärzten wegen
mangelnder Wirksamkeit umstritten. Vor allem Züchter wenden sie
an. Sinnvoll ist sie nur dann, wenn die Katzen nicht schon mit
dem felinen Coronavirus infiziert sind, das im einzelnen Tier
zum FIP-Erreger mutieren kann. Die meisten Katzen sind jedoch
schon mit Corona infiziert – ohne davon krank zu sein –, so
dass die Impfung bei ihnen sowieso sinnlos wäre.
Coronainfektion heißt überhaupt nicht, dass eine Katze FIP
bekommen muss – das geschieht zum Glück nur selten und trifft
meistens Jungtiere in Streßsituationen. FIP ist nicht von Katze
zu Katze übertragbar.
Wie soll man es mit der Tollwutimpfung halten?
Die Tollwutimpfung an Haustieren dient in erster Linie dazu, den
Menschen vor dieser tödlichen Krankheit zu schützen. Menschen
sind vor allem durch die urbane Tollwut, dh die Tollwut der
Hunde gefährdet. Die ist aber bei uns seit Jahrzehnten
ausgerottet, wir haben nur noch die silvatische oder
Fuchstollwut und seltene Fälle von Fledermaus-Tollwut. Die
Fuchstollwut steht vor ihrer Ausrottung, große Teile
Deutschlands sind tollwutfrei. In tollwutfreien Gebieten kann
man auch bei Freigängern auf die Tollwutimpfung verzichten, die
ebenfalls ein erhöhtes Sarkomrisiko birgt. In tollwutgefährdeten
Bezirken muss man sich überlegen, ob die Katze draußen einem
infizierten Fuchs begegnen kann.
Leider gibt es, anders als in den USA, hierzulande keine
offiziell als solche ausgewiesenen Drei-Jahres-Tollwutvakzinen.
Dass die hier erhältlichen Produkte länger als ein Jahr Schutz
bieten, darf man getrost annehmen, und Titeruntersuchungen an
geimpften Tieren zeigen das auch immer wieder.
Bei grenzüberschreitenden Reisen mit der Katze wird meist ein
Impfnachweis verlangt.
Unsinnig erscheint, dass Ausstellungstiere laut
Tollwutverordnung jährlich geimpft werden müssen. Zuchtkatzen
leben in der Regel im Haus, allenfalls noch im Garten, und haben
daher ein sehr geringes Ansteckungsrisiko. Zu überlegen wäre,
ob man statt jährlicher Revakzinierung lieber den Schutz durch
eine Blutuntersuchung nachweisen lässt. Bei der Tollwutimpfung
gibt der Antikörpertiter zuverlässig Aufschluß darüber, ob
noch Immunität besteht oder nicht.
Muss ich jetzt nicht mehr jährlich zum Tierarzt?
Auf jährliche Impfungen zu verzichten darf nicht heißen, dass
die Katze nicht mehr regelmäßig zum Tierarzt kommt. Vor allem
ältere Tiere sollten mindestens einmal im Jahr gründlich
untersucht werden. Es sollte uns nicht ums Sparen gehen, sondern
um sinnvolle Gesundheitsvorsorge.
Zum Schluss noch zwei Zitate von Professor Ronald D. Schultz,
Veterinärimmunologe an der Universität von Wisconsin in
Madison:
„Die Empfehlung, (Haustiere) jährlich zu impfen, wird immer
weniger akzeptabel
angesichts der steigenden Zahl der Nebenwirkungen, vor allem
solcher, die eine schwere Erkrankung verursachen oder gar den
Tod, und angesichts der wachsenden Zahl der verfügbaren
Impfstoffe."
übersetzt von Jochen Richter
Oder Impfen Sie sich oder Ihre Kinder jährlich?
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